Twitter vs Blog 1:0; Generative Art

In den letz­ten Mona­ten war ich öfter bei Twit­ter, Face­book, Red­dit aktiv, nicht jedoch auf dem eige­nen Blog. Viel­leicht ist die Idee einer eige­nen Sei­te auch mitt­ler­wei­le über­holt; um etwas Neu­es zu lesen und gele­sen zu wer­den, sind Twit­ter, Red­dit, Face­book, Whats­app, Tele­gram deut­lich span­nen­der.

Was die eige­ne Web­site noch immer bes­ser kann: Eine Über­sicht über die ver­schie­de­nen Akti­vi­tä­ten ver­mit­teln, wie eine Mischung aus Visi­ten­kar­te und Notiz­buch. Dazu habe ich das Blog nun etwas umge­stal­tet; im Vor­der­grund ste­hen nun nicht mehr die Blog­ar­ti­kel, son­dern eine Pro­jekt­über­sicht, wel­che nach und nach durch Link­samm­lun­gen ergänzt wird, Tweets und eini­ge Java­script-Spie­le­rei­en von der wun­der­vol­len Sei­te Codepen.io.

See the Pen particles_ray_ by c60 (@webdoode) on Code­Pen.0

See the Pen Gene­ra­ti­ve ran­dom art by Lutz Rose­ma (@terabaud) on Code­Pen.0

Lei­der las­sen sich die­se Gra­fi­ken nur begrenzt ein­set­zen; der Brow­ser wird sonst zu lang­sam. Mit etwas Zufall wir­ken wor­d­press-Sei­ten aber weni­ger lang­wei­lig. In einem spä­te­ren Post stel­le ich aus­führ­li­cher vor, wie man sol­che Effek­te ein­bin­det.

Wei­te­re Bei­spie­le für auto­ge­ne­rier­te Gra­fi­ken:

Auto­ge­ne­rier­te Bil­der sind auch sehr prak­tisch für lizenz­freie Titel­bil­der, da die Code­pen-Pro­gram­me unter einer MIT-Lizenz ste­hen. Für wei­te­re Anre­gun­gen lohnt sich eine Twit­ter­su­che nach #gene­ra­ti­ve­art, #pro­ce­du­ral­art, oder (mit weni­gen Aus­nah­men) der fol­gen­de Twit­ter-Bot:

 

 

Bild: https://codepen.io/mhsenkow/pen/OyQOVx (Screen­shot, MIT Licen­se)

Plattformpolitik: Online-Communities und Initiativen mit eigener Website

Eine inter­es­san­te Ten­denz bei Initia­ti­ven der Flücht­lings­hil­fe ist die zuneh­men­de Nut­zung von eige­nen Pro­jekt­sei­ten:  Letz­tes Jahr waren vie­le Initia­ti­ven ledig­lich auf Face­book aktiv, um sich mit Geflüch­te­ten und Hel­fern zu ver­net­zen. Grup­pen wie “Syri­sches Haus”, “Are you Syrious?”, “Moa­bit hilft” oder der Migra­ti­on Hub unter­hal­ten nun eben­falls eine Web­site; ähn­lich die Ent­wick­lung in unse­rem Phrase­book-Pro­jekt. Die meis­ten Akti­vi­tä­ten las­sen sich in den sozia­len Netz­wer­ken beob­ach­ten, die Updates auf den Pro­jekt­sei­ten sind deut­lich sel­te­ner. Wo lie­gen die Vor­tei­le einer eige­nen Home­page?

Zu Beginn einer Initia­ti­ve gibt es kla­re Vor­tei­le, die für Face­book spre­chen: Durch die Ver­bin­dung von Pro­fi­len mit pri­va­ten Daten wie Inter­es­sen, Likes, Bekannt­schaf­ten, Grup­pen, ent­steht Ver­trau­en. Bei aktu­el­len The­men wie Migra­ti­on und Asyl kann es zu per­sön­li­chen Angrif­fen bis hin zu poli­tisch moti­vier­ter Gewalt kom­men. Bereits ein Mini­mum an per­sön­li­cher Infor­ma­ti­on ist in Online-Pro­jek­ten hilf­reich, um die Grup­pe zu erwei­tern und Vor­schlä­ge und mög­li­che Koope­ra­tio­nen ein­schät­zen zu kön­nen.

Ein ande­rer Grund ist prak­ti­scher Natur: Hel­fer haben wenig Zeit, oft neh­men sie sich extra Urlaub für ein Pro­jekt, in die­ser Zeit möch­ten sie etwas bewir­ken. Die Nut­zung von Platt­for­men ist bestechend ein­fach. Man spart man sich die Aus­ein­an­der­set­zung mit Wor­d­Press-Instal­la­tio­nen, Ver­zeich­nis­rech­ten, FTP-Pro­gram­men, Pass­wör­tern und CSS-Datei­en; läs­ti­ge Design­fra­gen sind äußerst redu­ziert und Ser­ver­ka­pa­zi­tä­ten sind auch bei grö­ße­rer Aus­las­tung kein The­ma.

Wo lie­gen die Nach­tei­le? Wird das Pro­jekt grö­ßer, stößt die Nut­zung von Platt­for­men an ihre Gren­zen:

  • Unab­hän­gig­keit
    Der Bestand der Sei­te ist nicht den Geschäfts­be­din­gun­gen und  poli­ti­schen Vor­ga­ben der Platt­for­men abhän­gig. Auf face­book wer­den nicht sel­ten Inhal­te oder gan­ze Sei­ten gelöscht. Es gibt kei­ne Garan­tie für den Bestand der com­mu­ni­ty, soll­te eines Tages die Akti­en­mehr­heit oder die Geschäfts­füh­rung wech­seln.
  • PR / Fund­rai­sing
    Um ein The­ma vor­an­zu­brin­gen, ist Unter­stüt­zung von außen wich­tig. www.UnserProjekt.de lässt  sich leich­ter ver­mit­teln als facebook.de/unserprojekt. Da es auf der Platt­form meh­re­re Initia­ti­ven ähn­li­chen Namens geben kann, wird die Face­book-Prä­senz durch eine eige­ne Home­page zusätz­lich legi­ti­miert
  • Updates und Nach­rich­ten
    Bei gro­ßer Akti­vi­tät der Grup­pe sind wich­ti­ge Bei­trä­ge in der Time­li­ne schon nach kur­zer Zeit nicht mehr sicht­bar. Mit einem eige­nen Blog lässt sich ein The­ma deut­lich über­sicht­li­cher mit Arti­keln und wei­ter­füh­ren­den Inhal­ten beglei­ten. Über Diens­te wie ifttt oder Buf­fer las­sen sich neue Arti­kel auto­ma­tisch auf allen Netz­wer­ken pos­ten — auf die­se Wei­se spart man Zeit.
  • Sicht­bar­keit
    Auf Platt­for­men wie Face­book ent­schei­den Algo­rith­men, wel­che Bei­trä­ge den Nut­zern bevor­zugt ange­zeigt wer­den. Arti­kel auf einer Web­site sind dau­er­haft sicht­bar.
  • Com­mu­ni­ty-Buil­ding
    Durch eine indi­vi­du­el­le Gestal­tung lässt sich die Initia­ti­ve bes­ser ver­mit­teln. Durch Email-News­let­ter lässt sich ein unab­hän­gi­ger Kanal auf­bau­en
  • Koor­di­na­ti­on
    Min­des­tens das Pro­jekt­team soll­te zusätz­lich per Email erreich­bar sein. Ver­schie­de­ne Kanä­le ent­las­ten das Team: Vie­le nut­zen Face­book vor­wie­gend in der Frei­zeit, die Ver­la­ge­rung von pro­jekt­be­zo­ge­nen Nach­rich­ten auf ande­re Kanä­le (=im Kon­text “Arbeit”) wirkt oft ent­las­tend.

Auch wenn die Com­mu­ni­ty vor­wie­gend auf Face­book aktiv ist, ist eine eige­ne Web­site wich­tig für Initia­ti­ven, um Pro­jek­te über die bestehen­den Krei­se hin­aus zu ent­wi­ckeln. Fehlt die Zeit zum Web­de­sign, lohnt es sich, für alle Fäl­le eine URL zu reser­vie­ren. Eine ein­fa­che Gestal­tung lässt oft schon mit Hil­fe von Frei­wil­li­gen auf­bau­en (z.B. über https://www.youvo.org/ ). Platt­for­men ver­hal­ten sich ähn­lich wie ein offe­nes Forum auf einem Markt­platz: Zur Ver­net­zung sind sie unum­gäng­lich, der Bezugs­punkt bleibt die eige­ne Adres­se. Auch wenn es erst­mal kei­ne Zeit für die Ein­rich­tung gibt, lohnt es sich, für alle Fäl­le eine URL zu reser­vie­ren.