Change-Management und Maschinenöl

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Das folgende Zitat von Walter Benjamin bezieht sich auf Meinungen in der Gesellschaft, ich finde das Bild aber auch anregend für das Thema Change Management. Wo beginnt man damit am Besten in Organisationen, in der alles zu sehr um das Tagesgeschäft rotiert, um sich schnell umzustellen?

Meinungen sind für den Riesenapparat des gesellschaftlichen Lebens, was Öl für Maschinen; man stellt sich nicht vor eine Turbine und übergießt sie mit Maschinenöl. Man spritzt ein wenig davon in verborgene Nieten und Fugen, die man kennen muss.

Walter Benjamin: Einbahnstraße. Berlin: Rowohlt 1927. Quelle: archive.org

Um Innovationen auf den Weg zu bringen, ist meist schon alles vorhanden; man braucht zu Beginn noch kein neues Personal, kein neues Design, kein neues Tool oder neue Maschinen. Viel wichtiger sind Spielraum für Experimente, ein besseres Miteinander und eine offene Kultur.

Neue Ideen brauchen Sponsoren und ‘Gastgeber’; einen geschützten Rahmen und neugierige Menschen, die eine Entwicklung tragen und das ‘weiter so’ überzeugend und sichtbar in eine neue Praxis verwandeln. Werden Innovationen nicht mehr von einzelnen, sondern von mehreren umgesetzt, dann gewinnt die Sache an Schwung, und bald ‘läuft’ es wieder – wenn auch anders. In welchen “Nieten und Fugen” der Organisation gibt es dieses Potential? Und wie bringt man diese Menschen zusammen?